Seit Wochen geben wir einander nicht die Hand, um Infektionsketten zu unterbrechen und einander zu schützen. Dabei ist diese kleine Geste normalerweise ein fester Bestandteil unseres alltäglichen Soziallebens: Zur Begrüßung, zur Gratulation, zum Abschied und als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung. Auch historisch ist die Geste des Handschlages fest verankert. So sind die ineinandergreifenden Hände als so genannte dextrarum iunctio oft auf römischen Münzen zu finden. Der Handschlag gilt als Zeichen der Eintracht und der Anerkennung, als Symbol der Annahme und Akzeptanz.
Wir zeigen Ihnen heute einen Denar des Kaisers Antoninus Pius, auf dessen Rückseite ein solcher Handschlag zu sehen ist. Das Objekt befindet sich in der Münzsammlung unseres Verbundpartners aus Freiburg, der Albert-Ludwigs-Universität.
Sicherlich werden wir noch eine Weile darauf verzichten müssen, uns die Hand zu geben – im Sinne der Gesundheit zeigt der Verzicht darauf eine andere, ganz besondere Art der Handreichung. Ganz ohne Körperkontakt!
Inmitten des pandemischen Erleben starten wir unsere neue Serie „Mit Abstand näher betrachtet: Münzen, Medaillen und die Medizin“ und stellen Ihnen jede Woche ein Objekt unserer Kooperationspartner vor, das verschiedene Phänomene der numismatischen Medizingeschichte beleuchtet.
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